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Ehemaligen-Fest Klassen 1984-99 Juni 2005 im Institut

„ERINNERUNGEN aufleben lassen, KONTAKTE knüpfen“, genau so lautete der Titel der Einladung des ersten Ehemaligenfestes, welches am Samstag, 02.07.2005 im Hochalpinen Institut Ftan stattfindete. Was wird mich erwarten? Werden ehemalige Schülerinnen und Schüler anwesend sein, die ich von früher kenne? Wie haben sich diese verändert? Was ist aus unserem Hochalpinen Töchterinstitut, wie es zu meiner Zeit, trotz externen Mädchen und Knaben, hiess, passiert? Welche Veränderungen wurden realisiert?

Dies alles Fragen, die mich beschäftigt haben, bevor der Samstag, 2. Juli 2005 Realität wurde.

Immerhin sind schon 13 Jahre seit meinem Abschluss vergangen. Schöne Erinnerungen sind in meinen Gedanken immer noch sehr präsent, die ich nicht durch negative Neuigkeiten verblassen lassen möchte. Ganz ehrlich gesagt, ein bisschen ein mulmiges Gefühl hatte ich schon, als ich an jenem Samstag im Auto von Zürich nach Ftan fuhr.

Kaum angekommen, ging es nicht lange und bereits kamen die ersten bekannten Gesichter über den Schulhausplatz gelaufen. Die Wettervorhersage war zwar nicht optimal, aber die Sonne strahlte zwischen den Wolken durch, so dass wir den Aperitif auf dem Vorplatz geniessen konnten und sich bald der ganze Schulhausplatz mit sehr bekannten, weniger bekannten und nie gesehenen Gesichtern füllte. 120 Personen hatten sich angemeldet, die meisten erschienen ohne PartnerInnen und so sah ich viel mehr bekannte Gesichter als ich je gedacht hatte. Vielen andern erging es genau so. Unter den Bekannten waren ebenfalls jetzige und ehemalige LehrerInnen anwesend, die mich sofort wieder erkannten oder auf meine Namensschild schielen mussten um meinen Namen wieder zu wissen. Auch Frau Annegret Gallmann, die zu meiner Zeit mit Ihrem Mann als Direktions-Ehepaar tätig war, war anwesend. Es war eine riesige Freude all diese Menschen, die mich an eine wunderschöne, unvergessliche Zeit in Ftan erinnerten, wieder zu sehen.

Nach dem Aperitif, um 18.00 Uhr bat uns der noch Rektor, Aldo Magno, eine Führung durch das Institut an. So viele hatten sich am Treffpunkt, in der Eingangshalle versammelt, dass zwei Gruppen gemacht werden mussten; erste Gruppe mit Aldo Magno, die zweite Gruppe mit Internatsleiter Ramon Büchel. Es war absolut spannend: Im Neubau leben nur Mädchen, im Altbau nur Jungs. Der dritte Stock im Neubau, in dem zu meiner Zeit Lehrer-Wohnungen eingerichtet waren sind jetzt 2-stöckige Mädchen-Zimmer. Der Fernsehraum, für den damals ein wöchentliches Fernsehprogramm nach Altersabstufung erstellt werden musste und in dem wir die Abende mit „Dallas“ und „Denver Clan“ verbrachten, wurde zum Computer-/Internetzimmer umfunktioniert, da zur heutigen Zeit ein eigener Fernseher im Zimmer erlaubt ist. Das „Paff“, wo die Raucher ihre Zigaretten anzünden dürfen, befand sich früher in einem der zwei schönen Pavillon auf dem Schulhausplatz, heute ist es hinter dem Haus in einer Holzhütte stationiert. Ebenfalls der Zeit angepasst wurde das System im Speisesaal: Zu meiner Zeit war jede Schülerin einem Tisch zugeordnet, die Schutzpatronin sass oben am Tisch und hatte die Funktion einer „Tischherrin“ wenn man so will und hatte die Aufgaben die Tischmanieren aufrecht zu erhalten. (gegessen wurde erst wenn alle am Tisch sassen, abgetischt wurde Gang für Gang gemeinsam, der Nachtisch durfte erst geholt werden, wenn alle den Hauptgang fertig gegessen hatten und den Speisesaal verlassen, durfte man nur tischweise). Heute funktioniert der Speisesaal wie eine Mensa.

Ja, die Zeiten haben sich geändert, dennoch sind einige Sachen geblieben, so wie ich Sie vor 13 Jahren verlassen habe. Die zwei Telefonkabinen zum Beispiel, die in der heutigen Zeit, in der jeder ein Handy besitzt, sicherlich nicht mehr so oft frequentiert werden wie damals; Man musste sich einschreiben, durfte sich jedoch nur 1x am Tag für 15 Minuten einschreiben und überziehte man die begrenzte Zeit, stand schon die nächste Person vor der Kabine und klopfte bis man die Kabine verliess. Der Empfang der Schule, das Büro des Rektors und die Wohnung des Rektor-Ehepaares sind ebenfalls immer noch am gleichen Ort. Nicht nur zu meinem grossen Erstaunen befinden sich rechts und links neben rechten Türe neben dem Speisesaal noch immer unsere kleinen „Setzkasten-Kreationen“, die wir, einige Klassen waren beteiligt, im Zeichenunterricht bei Anita Fries gemacht haben. Eine schöne Erinnerung. Die Zeit ist irgendwie stehen geblieben!

Ebenso hat Aldo Magno für seinen Rückblick die Bulletins der letzten 15 Jahre durchgelesen und festgestellt, dass viele Sachen sich seit Jahren wiederholen: Die Werkwoche im Herbst zum Thema „Filz“, die Projektwoche im Frühling und die Sport- und Ski-/Snowboardrenntage. Leider wurde auch oft die schwierige Finanzlage erwähnt. (Das Jahr 2004 hat jedoch positiv abgeschlossen und die Schule steht heute, laut Aldo Magno, auf gesunden Beinen).
Aldo Magno freut sich heute ganz besonders, dass dieses Ehemaligenfest, ein Fest, wie es noch nie stattgefunden hat, endlich zu standen gekommen ist und er hofft, dass viele alte Bekanntschaften wieder aufleben werden.

Lieber Hr. Magno, danke für diesen sehr schönen Rückblick, der viele Erinnerungen geweckt hat und der unsere Lachmuskel ein bisschen strapaziert hat.

Um 22.15 Uhr, nach dem Rückblick spielte für eine Stunde das Duo Dwojka, welches vom Ehemaligenverein gesponsert wurde.

Danach war in der Aula „Chill-Out“ angesagt, gemütliches Beisammensein und Ausklingen.

Rückblickend war es für mich ein tolles Erlebnis und ich hoffe, dass dieses Ehemaligenfest nicht einmalig bleibt sondern sich einzigartig in den nächsten Jahren wiederholt.
Ein grosses Dankeschön an die Schule und den Ehemaligenverein, die dieses Fest ermöglicht haben. Danke aber auch allen Mitarbeitern des Institutes, die hinter den Kulissen gearbeitet haben.

Luzern, Nicole Christmann-Schiess, 04.07.05